Kongressprogramm vom 06. Mai 2026
Keynote
09.00 - 10.00 UhrPlenary
Die Geobranche befindet sich im Umbruch und ein Generationenwechsel ist im Gang: Technologischer Fortschritt, neue Arbeitsformen und veränderte Werte treffen auf einen zunehmenden Fachkräftemangel. Gestützt auf die vom Verein GEOSummit gemachten Umfrage mit mehreren hundert Rückmeldungen beleuchten die Keynotespeaker Yannick Blättler und Sacha Johann von www.generationen.net aus unterschiedlichen Perspektiven die Ursachen, Gemeinsamkeiten und Lösungsansätze – von der Attraktivität der Berufsbilder bis zu flexiblen Organisations‑ und Führungsmodellen. Wie kann der Wandel aktiv gestaltet werden? Wie lassen sich Talente gewinnen und halten? Welche Massnahmen haben sich bewährt? Ziel sind praxisnahe Ansätze für eine zukunftsfähige Geobranche.


Themenblöcke
A1: Geoinformation Schweiz: Wissen vernetzen – Menschen befähigen
(10.30 - 11.45 Uhr)Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen bedingen eine stärker vernetzte und kompetenzorientierte NGDI. Sie entwickelt sich zu einer Wissens-Infrastruktur, die Menschen befähigt, Geodaten wirksam zu nutzen. Einige Tätigkeitsfelder der Strategie Geoinformation Schweiz werden beleuchtet: die Bedeutung von Datenqualität und Prozessen, neue Kompetenzprofile, Innovation und SWISSGEO als neue, zentrale Plattform der Wissens-Infrastruktur und als verbindende NGDI-Komponente. Langfristig sind wir dank Vernetzung und Befähigung über Organisationen und Technologien hinweg erfolgreich.
- Vortrag 1: Geoinformation Schweiz: Wissen vernetzen - Menschen befähigenGeoinformation Schweiz: Wissen vernetzen - Menschen befähigen
Christine Najar und Peter Staub - Vortrag 2: Nutzung von Geodaten und Anforderungen an die Datenqualität aus Sicht von Unternehmen.
Christine Legner - Vortrag 3: Von der Geodatenbank zum Data Lake: Metadatengetriebene Geodatenpublikation im Kanton
Adrian Moser - Vortrag 4: SWISSGEO – Das Wo ist hier
Stefan Biegger und Dominic Kottmann - Vortrag 5: Nutzung von (Geo-)Daten aus der Perspektive eines Datenjournalisten – Was lässt sich heute mit Geodaten tun?
Simon Huwiler
A2: Verantwortungsvoll handeln mit Geodaten und Prozessen
(13.30 - 14.45 Uhr)Mit der zunehmenden Nutzung der neuen technologischen Möglichkeiten steigt auch das Bedürfnis nach klaren Regeln für Geodaten und KI, und nach offenen, transparenten technologischen Grundlagen, die Vertrauen und Nachvollziehbarkeit schaffen. Aus unterschiedlichen Perspektiven und anhand konkreter Anwendungsfälle werden Schlagworte wie Open Government Data, digitale Souveränität und Datenethik beleuchtet. Zudem werden die aktuellen Entwicklungen bei der Festlegung rechtlicher Rahmenbedingungen für die Nutzung von Geodaten und KI in Europa und deren Auswirkung auf die Schweiz betrachtet.
- Intro: Public money, public code. Opensource. Digitale souveranität
Isabel Kiefer - Vortrag 1: Amtliche Vermessung und digitale Souveränität
Patrick König - Vortrag 2: GeoGirafe: Wenn Open-Source auf die Realitäten des öffentlichen Sektors trifft.
Guillaume Remy - Vortrag 3: Moralische, ethische und rechtliche Fragen der KI in Europa
Maurice Barbieri, Bruce McCormack, Michael Scriney
A3: Die rechtliche Bedeutung von Geoinformation
(15.15 - 16.30 Uhr)Geoinformationen gewinnen rechtlich an Bedeutung. Kataster und Register schaffen verlässliche Grundlagen für Rechtssicherheit, Eigentumsschutz und sichere Infrastrukturen und unterstützen transparente, effiziente Entscheidungen in Verwaltung und Planung. Wie wird die Qualität und Glaubwürdigkeit dieser wichtigen Entscheidungsgrundlage sichergestellt und wie kann der Bedarf an Daten-Kontinuität mit Neuerungen im Bereich Geoinformation in Einklang gebracht werden?
- Vortrag 1: Einführung und Überblick über die rechtlichen Bedeutungen von Geoinformation: Rechtsgültig, rechtskräftig, in Kraft, rechtswirksam, rechtsrelevant, ohne Rechtsbedeutung.
Dr. Bastian Graeff - Vortrag 2: Neues Darstellungsmodell beim AV-WMS
Christian Gamma - Vortrag 3: Auf dem Weg zur digitalen rechtskräftigen Nutzungsplanung
Beatrice Aebi - Vortrag 4: Neuerungen zur SIA-Norm 405 Leitungskataster
Sebastiano Meier - Vortrag 5: Werkstattbericht zur Anwendung der SIA-Norm 405 aus dem Kanton Basel-Landschaft
Erich Brumann
B1: Performante Erfassungstechnologien für bedarfsgerechte Geodaten
(10.30 - 11.45 Uhr)Geodaten müssen zu den Anforderungen passen und aktuell sein. Rasch nutzbare Geodaten für unterschiedlichste Anwendungen entstehen durch die Nutzung innovativer Sensoren, professioneller boden- und luftgestützter Systeme sowie Methoden intelligenter Datenfusion. Die Forschung der FHNW trifft auf das Praxiswissen von Ingenieur Geometer Schweiz (IGS) und zeigt leistungsfähige Erfassungstechnologien im konkreten Einsatz für verschiedene Anwendungen.
- Vortrag 1: Datenerfassung/Vermessung
Christian Gamma und Christoph Koch - Vortrag 2: 3D-Geodaten aus der Hosentasche – 3D-Erfassung mittels Smartphones und bildbasierter Georeferenzierung am Beispiel der 3D-Grabendokumentation
Jonas Meyer - Vortrag 3: 4D Baustellendokumentation
Ueli Sager und Fabian Huber - Vortrag 4: Ein Ansatz zur präzisen Fusion statischer und UAV-basierter Laserscandaten unter Verwendung von Festpunkten
Nikolaus Studnicka
B2: Grosse Geodaten integrieren und modellieren
(13.30 - 14.45 Uhr)Welche Methoden und Werkzeuge sind nötig, um umfangreiche Geodatensätze effizient und „smart“ zu integrieren und zu modellieren? Anhand von Werkzeugen wie GIS-Workflow- und Modellierungsumgebungen, visuellen Prozess-Designern sowie Orchestrierungs- und ETL/ELT-Plattformen - insbesondere das neue Apache Hop - werden praxisnahe Beispiele für die Orchestrierung und Prozessierung von Geodaten demonstriert. Ein Anwendungsbeispiel zur probabilistischen Analyse von Naturgefahren zeigt die Herausforderungen und neuen Möglichkeiten auf.
- Vortrag 1: Praxisbeispiel mit QGIS Modeler
Matthias Kuhn und Thöni David - Vortrag 2: Praxisbeispiele mit Apache Airflow und Apache Hop
Oliver Grimm und Hans-Jörg Stark - Vortrag 3: Probabilistische Naturgefahrenmodellierung im Kanton Bern
Ursin Caduff und Bojan Škerla - Vortrag 4: Lärmsimulation in der Schweiz - Präzisere Daten, neue Herausforderungen
Christoph Zellmann - Vortrag 5: Einordnung der Begriffe & Werkzeuge und Abschluss
Stefan Keller
B3: Geodaten sichtbar und nutzbar machen
(15.15 - 16.30 Uhr)Von der statischen Karte zum Echtzeitsystem: Geodaten erzielen die grösste Wirkung, wenn sie gut sichtbar, einfach teilbar und dadurch rasch nutzbar sind. Der Weg von der Datenaufbreitung und -integration zu verschiedenen Visualisierungsformen wird unter Berücksichtigung der sich wandelnden Nutzerbedürfnisse beispielhaft an den neuen Kartenprodukten von swisstopo aufgezeigt und an Beispielen aus der Praxis im Bereich Einsatzleitsysteme und generelle Entwässerungsplanung (GEP) veranschaulicht.
- Vortrag 1: Geodaten als Basis für Entscheidungen im Einsatzleitsystem.
Luzius Ammann - Vortrag 2: Mut zur Karte: Bewährtes neu verortet
Karsten Pippig und Sebastian Denier - Vortrag 3: Datenmanagement Siedlungsentwässerung – Lösungen am Beispiel Digitaler GEP Kanton Zürich
Christian Kaul
C1: GIS‑Trends - neue technologische Impulse
(10.30 - 11.45 Uhr)Seit zwei Jahren werden technologische GIS-Trends von der SOGI-Fachgruppe auf www.gistrends.ch publiziert. Die wichtigsten Schlüsseltechnologien für die nächste Generation von GIS werden eingeordnet. Als neue Impulse für moderne GIS-Architekturen werden Container-Orchestrierung und Gaussian Splats speziell beleuchtet.
- Vortrag 1: GIS-Trendradar
Christof Leuenberger und Michael Merki - Vortrag 2: Einsatz von Gaussian-Splatting für präzise Vermessung
Rhéa Garratt - Vortrag 3: GIS-Server auf Kubernetes
Dr. Octavian Iercan
C2: Mehr Wertschöpfung dank robustem Unternehmens‑GIS
(13.30 - 14.45 Uhr)Wertschöpfung durch GIS entsteht, wenn der Nutzen im ganzen Unternehmen anerkannt wird. Welches sind die Voraussetzungen und Lösungsansätze dazu? Ein Praxisvortrag beleuchtet die aktuellen Herausforderungen und Camptocamp, Esri, VertiGIS und Hexagon zeigen, wie Unternehmens GIS als zentrale IT Komponente einen strategischen Nutzen liefert.
- Inputreferat
Zilmil Bordoloi - Mehr Wertschöpfung dank integriertem Unternehmens‑GIS
Olivier Niklaus, Michael Merki, Emmanuel Belo und Fabienne Christen
C3: Digitale Zwillinge - mehr als nur 3D-Daten
(15.15 - 16.30 Uhr)Digitale Zwillinge eröffnen neue Wege in Planung und Gestaltung unseres Lebensraums wie auch zur Verbesserung des Betriebes. Durch die Verbindung von GIS, BIM, und Echtzeitsensoren werden reale Prozesse abgebildet und komplexe Systeme verständlicher. Anwendungen aus Verwaltung, Infrastruktur und öffentlichem Verkehr zeigen, wie digitale Zwillinge mit der GDI zusammenspielen und welchen Mehrwert sie bei Planung und Betrieb bieten.
- Vortrag 1: Stadt Schwabach steigert die Effizienz und Transparenz in der Kommune
Frank Markus und Thomas Schöll - Vortrag 2: Strassenlärm 4D
Lynn Bolliger - Vortrag 3: Mehr als Smart - Wenn Daten nicht nur Effizienz, sondern Stadtqualität schaffen
Sabrina Contratto - Vortrag 4: Digitale Zwillinge für die Verkehrsplanung: für fundierte Analysen heute und eine bessere Planung von morgen
Andrea Keller - Vortrag 5: Vom Einzelprojekt zur Gesamtstrategie – Der digitale Transformationspfad zu einem resilienten Immobilienmanagement beim Bund
Giuseppe Acciardi
D1: Anwendungen mit Raumbezug schaffen Wirkung
(10.30 - 11.45 Uhr)Innovative Geodatenanwendungen verbinden wirtschaftlichen Nutzen mit gesellschaftlicher Wirkung. Konkrete Anwendungen aus den Bereichen Infrastruktur, Handel und Bau zeigen, wie geodatenbasierte Lösungen die Effizienz steigern, die Sicherheit erhöhen und Entscheidungsprozesse unterstützen. Auf dieser Grundlage können neue Angebote und Geschäftsmodelle entstehen, die die Effizienz, Sicherheit und Lebensqualität in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verbessern.
- Vortrag 1: Migros WebGIS - Geodaten als Schlüssel zur strategischen Expansion
Bernhard Sassik und Raphael Schönenberger - Vortrag 2: TALPA Inspection: Kontaktlose drohnenbasierte Korrosionslokalisierung für Stahlbetoninfrastruktur
Lukas Bircher - Vortrag 3: Bessere Frühwarnungen für wetterexponierte Sektoren
Evelyn Muehlhofer - Vortrag 4: Erfassung und Erstellung und Weiterverwendung von GIS Daten für die SBB-BIM Prozesse in der Bahninfrastruktur
Jens Noack - Vortrag 5: BahnGIS als Einstieg: pragmatische Schritte in ein digitales und automatisiertes Anlagenmanagement bei kleinen und mittleren Bahnen
Natalia Kudinova
D2: Bessere Höhenmodelle und neue Koordinatensysteme für interoperable Anwendungen
(13.30 - 14.45 Uhr)Raum und Nutzungsverhalten verändert sich – Bezugssysteme müssen Schritt halten, denn verlässliche Geodaten brauchen weiterhin stabile Bezugssysteme. Aktuelle Höhenmodelle, nationale Koordinatensysteme und globale hexagonale Grids schaffen die Basis für interoperable Geodaten, konsistente Datenräume und neue Anwendungen.
- Vortrag 1: Neues Höhensystem für die Schweiz
Elisa Borlat - Vortrag 2: Wenn sich die Schweiz bewegt – Koordinaten in Raum und Zeit
Arturo Villiger - Vortrag 3: Discrete Global Grid Systems for Big Geodata and GeoAI
Gino Casparini - Vortrag 4: Vom Bild zur räumlichen Information: Webcams im 3D-Koordinatensystem
Céline Portenier
D3: GeoAI – Künstliche Intelligenz im Dienste der Geoinformation
(15.15 - 16.30 Uhr)GeoAI verbindet künstliche Intelligenz mit Geoinformationen und hat sich vom Forschungsthema zur praxistauglichen Schlüsseltechnologie entwickelt. Beispiele aus der Wirtschaft und Verwaltung sowie innovative Start-ups zeigen, wie GeoAI-Methoden Veränderungen unserer Umwelt automatisch erkennen und Entscheidungsprozesse unterstützen. Welche neuen Perspektiven eröffnen sich damit für Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft?
- Vortrag 1: GeoAI – Künstliche Intelligenz im Dienste der Geodaten
Nicolas Lenz - Vortrag 2: Präzisere Prognosen für erneuerbare Energien dank KI
Julie Villinger - Vortrag 3: Künstliche Intelligenz für präzise Hochwasserprognosen – Von Geo-Daten zu Echtzeit-Modellen
David Schenkel - Vortrag 4: Mehr als nur Karten: GeoAI für GDI und Digitale Zwillinge
Marion Baumgartner - Vortrag 5: GeoAI für alle: Vom Klick zum Prompt
Olivier Niklaus und Matthias Kuhn
GOLDPARTNER GEOSUMMIT 2025 - 2026







